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Motivsuche im Januar

In der dunklen Jahreszeit fällt es vermeintlich schwer etwas zum fotografieren zu finden: zu dunkel, zu nass, zu schäbbig und außerdem keine Lust raus zu gehen. Oft sitze ich zuhause und überlege was man denn wohl fotografieren könnte und verfalle schnell in schlechter Laune weil sich einfach kein passendes Motiv finden lässt. Das muss aber nicht so sein, denn auch in der kalten Jahreszeit lässt sich durchaus fotografisch etwas machen.

Nachtfotografie

Im Winter haben wir glücklicherweise viel Nacht was es ermöglicht schon früh losziehen zu können um beleuchtete Gebäude, Sterne oder Cityscapes zu fotografieren. Auch das Rauschverhalten des Sensors sollte etwas besser sein, da es meistens frische Temperaturen hat. So werden lange Belichtungen schöner. Also schonmal die Augen aufhalten wo sich schöne Aussichtspunkte befinden können.

ILCE6400 16mm Sigma Contemporary f/1.4 30″ bei ISO 100

Das obige Bild habe ich gegen 20:00 Uhr am Idaturm in Bückeburg aufgenommen. Eigentlich wollte ich schauen ob ich auf den Turm kann um ein Cityscape von oben zu fotografieren. Leider ist der Turm Nachts verschlossen. Auch den Turm an sich mit Sternenhimmel konnte ich nicht fotografieren da sich an der Gaststätte am Turm grelle Lichter befinden. Trotzdem konnte man den Nachthimmel fotografieren und die Lichter der Stadt durch die Bäume sehen. Den Idaturm findest Du hier:

Spiegelungen

Wo Wasser und Licht zusammen kommen entstehen schöne Spiegelungen. Und gerade Nachts, wo man länger Belichtet wird das Wasser schön glatt gezogen, wodurch die Spiegelung noch klarer und schöner erscheint. Hier war ich am Neuen Rathaus in Hannover. Hinter dem Rathaus befindet sich ein kleiner See, von dem aus man das Rathaus schön einfangen kann.

ILCE6400 mit Sigma 16mm Contemporary f/8 8″ bei ISO 100

Du kannst hier ziemlich direkt an der Culmannstraße parken und von dort direkt zum See gehen. Direkt gegenüber des Rathauses ist eine kleine Terrasse von der aus man Prima geradeaus rüber fotografieren kann.

Leuchtspuren

Was man ebenfalls gut machen kann sind Leuchtspuren von Autos, Bussen, Zügen und allem was sich mit Licht bewegt. Suche Dir eine befahrene Straße, eine Kreuzung an der Straßenbahn fährt, einen Bahnhof oder sonstige Verkehrsknotenpunkte und belichte lange. Das folgende Bild habe ich ja schon im Blog gezeigt:

ILCE6400 mit Samyang 12mm f/8 30″ bei ISO 100

Hierbei musst Du etwas experimentieren – da sich bewegenden Lichter nur kurz durch das Bild fahren wird die Umgebung schnell heller als die Lichter. Je nach dem ob nun ein oder mehrere Fahrzeuge durch das Bildfahren musst Du schauen wie lang Du belichtest. Eventuell können Dir ND Filter helfen die Belichtungszeit zu verlängern ohne das Du zu viel Licht einfängst.

Du siehst – auch in der dunklen, kalten Jahreszeit ist einiges machbar. Einfach die Kamera und ein Stativ einpacken, warm anziehen, vielleicht eine Thermoskanne warmen Tee mitnehmen und Spaß haben. Gerade das experimentieren mit den Belichtungszeiten macht Spaß und hilft Dir Dich fotografisch zu verbessern. Hier sieht man ganz genau wie sich das Verhältnis von offener Blende und Belichtungszeit auswirkt. Ich hoffe ich konnte Dir helfen Dich zu motivieren Nachts raus zu gehen und etwas schönes zu fotografieren.

500px und der Pulse

Wenn Du Dich auf 500px.com registriert hast und Zugriff auf das „Fotografen-Instagram“ hast wirst Du Dein erstes Foto hochladen und gespannt sein wie beliebt Dein Foto ist. Genau wie mich werden Dich die Bemessungen von 500px erst einmal verwirren. In diesem Beitrag werde ich etwas dazu schreiben wie das auf 500px funktioniert.

Der Upload Deines Fotos

Im Gegensatz zu Instagram oder ähnlichen Foto-Communities wirst Du auf 500px nicht die Möglichkeit haben hunderte Fotos hoch zu laden. (Nach der Registrierung wirst Du einen Monat „Pro User“ sein und unendlich Uploads haben, aber danach kannst Du als Gratis Account nur 7 pro Woche uploaden) Das klingt erstmal blöd, ist aber gar nicht so dumm denn es gibt Dir eine Lektion: Entscheide Dich! Nicht jedes Deiner Fotos ist toll, also musst Du Dir Gedanken darum machen was Du zeigen möchtest.

Du schiebst also eines Deiner 7 Fotos pro Woche in den Uploader und füllst die Felder rechts aus. Natürlich stellst Du die Photo Privacy auf „Public“ – soll ja gesehen werden, vergibst dem Foto einen aussagekräftigen Titel (nichts klingt blöder als DSC123456!), findest idealerweise eine gute Beschreibung, solltest unbedingt grob die Location eintragen (zur besseren Findbarkeit) und Schlagwörter wählen. Weiter unten suchst Du noch eine Kategorie aus. Danach klickst Du „Upload“ und wartest.

die Spannung steigt, der Pulse hoffentlich auch.

Erwarte anfangs nicht zu viel Feedback, die Profis sind etwas verhaltener als Instagramer und liken mit mehr Überlegung! Außerdem folgt 500px einem wesentlich umfangreicheren System in der ganzen Bewertung. Wir schauen mal bei einem Bild von mir:

Wenn Du nun Dein Foto öffnest und runter scrollst siehst Du ein paar Werte: Likes, Titel, Location, Beschreibung, Pulse, Views, ★, ◎ oder ☀︎ sowie die Angaben zu Kamera und Objektiv.

Der Pulse berechnet sich durch einen Algorithmus der Views und Likes in Zusammenhang mit der Aktivität des jeweiligen Like-Gebers. Klingt erstmal kompliziert, ist es aber gar nicht: Je aktiver ein User auf 500px ist desto mehr „Gewicht“ hat sein Like und je stärker erhöht es den Pulse. Durch den erreichten Pulse ergibt sich dann ob Dein Foto unter „Fresh“ (☀︎), „Upcoming“ (◎) oder Popular (★) erscheint. Steigt der Pulse auf über 70 wird es in Upcoming einsortiert, steigt er über 80 kommt es in Popular.

Wichtig ist noch zu sagen das Dein Foto nur Chance hat in diese Bereiche zu kommen wenn es folgende Voraussetzung erfüllt:

  • 3 Schlagwörter vergeben sind
  • einen Titel hat
  • einer Kategorie zugewiesen ist

Nach 24 Stunden und nach einer Woche sinkt der Pulse wieder Systembedingt (nicht wundern) um auch anderen Fotos Platz in den Wertungen zu machen. Der Höchststand des Pulse wird allerdings gespeichert und weiterhin in der Fotoansicht gezeigt. Der maximal erreichbare Pulse beträgt übrigens 100.

Unter „Discover“ (Entdecken) kannst Du Dich durch die einzelnen Wertungskategorien wühlen und die Fotos unter Popular, Upcoming und Fresh anschauen (und Likes vergeben) zudem gibt es noch Editors Choise und Galerien – dort tauchen Bilder, auf die von den 500px-Botschaftern kuratiert worden sind.

Unter https://500px.com/altobee findest Du mich übrigens auf 500px und darfst mir gern ein paar Fotos Liken wenn sie Dir gefallen. Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig Lust auf 500px machen und Dich anregen die Plattform zu nutzen.

Straße unter Sternenhimmel

Gestern Abend war ich spontan noch mal raus und hab gegen 23:00 Uhr ein Bild gemacht. Toll, oder? Ganz so toll noch nicht aber immerhin. Es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen…

Sony a6400 mit Samyang 12mm 30″ bei f/4.0 ISO 100

Was hatte ich also geplant?

Ich bin mit Kamera und Stativ raus an die Straße um die Ecke. Diese schlängelt sich so durch die Landschaft und mir schwebte vor eine Langzeitbelichtung zu machen, um eine Autospur zu erhalten die eben so durch die Landschaft geht. Das ganze sollte unter Sternenhimmel sein, idealerweise ohne Wolken. Soweit der Plan (siehe Skizze unten).

Probleme:

  • die Straße hatte nicht ausreichend Gefälle
  • der Mond war zu hell
  • es war leicht bewölkt
  • das Frontlicht hellt das Bild stellenweise ganz schön auf

Vorgestellt hatte ich mir mehr „draufsicht“ auf die Straße / Autospur. Dazu reichte das Gefälle nicht wirklich aus, und ich hatte keine Möglichkeit höher zu kommen. Oder ich brauche ein 6m Stativ 😉 Also nächstes mal muss ich eine andere Straße ins Visier nehmen.

Dadurch das der Mond kurz vor Vollmond stand war die Umgebung bei 30 Sekunden Belichtung zu hell – also musste ich auf Blende 4 abblenden. Dadurch waren die Sterne natürlich nicht mehr ganz so hell. Andererseits wäre der Lichtschein der Frontscheinwerfer bei Blende 2.0 / 2.5 noch heller. Eventuell müsste man 2 Bilder machen – eins für den Vordergrund und Spur, eins für die Sterne und diese dann zusammenfügen.

Nichts desto trotz finde ich das Bild nicht soo schlecht, werde aber den Plan im Auge behalten.

aller Anfang ist schwer

Ich weiß gar nicht mehr warum ich anfangen wollte zu fotografieren. Angefangen hat es wohl Weihnachten 19.. Irgendwann Anfang der Neunziger. Als ich eine Minolta Riva GT geschenkt bekam. Als Kind mit Interesse an Lego, C-64 und „mit dem Knüppel durch den Wald laufen“ konnte ich natürlich nicht viel damit anfangen. Mein Vater dachte wohl ich sollte mal etwas kreativ sein. Ich kann gar nicht sagen ob es viele Filme zum entwickeln geschafft haben.

Später, 2009/2010 kaufte sich Opa eine neue Spiegelreflexkamera, die EOS 50D von Canon womit die alte Canon EOS 300D zur Disposition stand und die ich dann Schlussendlich mit dem Kit-Objektiv 18-55 abstaubte. Hiermit probierte ich zwar etwas herum, der große Spaß stellte sich allerdings nicht so recht ein.

die alte EOS und die Minolta stehen noch im Regal

Viel ungenutzter Elektroschrott

Zwischendrin gab es noch eine Samsung und zwei Casio’s – Kompakte Kameras für die Hosentasche – die Smartphones waren noch nicht geboren und Schnappschüsse musste man zur damaligen Zeit mit einer Kompaktkamera erledigen.

Erst als ich etwa 2018 durch ein paar Leute im Internet Lust bekam zu fotografieren war klar: Der Onkel braucht aktuelle Hardware. Heiß empfohlen war die Sony a6000, günstig zu haben da sie bereits seit 2014 auf dem Markt war, aber dennoch auf dem Stand und absolut ausreichend für den Anfang.

Ich beschäftigte mich also ab 2018 mit der technischen Seite des Fotografierens. Blende, Belichtungszeit, ISO, Brennweite – das Zusammenspiel der Werte, experimentierte etwas herum aber kam trotz allem nicht über Schnappschüsse heraus. Mich beeindruckten zwar manche Fotos von guten Fotografen, die technische Seite konnte ich mir nun ableiten – aber. Nun ja. Aber.

Ich beginne zu fotografieren statt zu knipsen

In meiner Recherche zur Sony a6000 stolperte ich immer wieder über Stephan Wiesner im Internet, ein Fotograf aus Bern, der viel aus der a6000 rausholte. In seinen Videos auf YouTube zeigte er eine Menge cooles Zeug das er mit der a6000 fotografiert hat. Mein „Aha Erlebnis“ war sein Bild der Milchstraße in den Schweizer Alpen und ich dachte „Boah! Wenn das mit der kleinen Sony geht musst Du das probieren“

Stephan Wiesner ist mit der a6000 im Gepäck den Berg hoch, hatte das Samyang 12mm Objektiv dabei und schaffte es die Milchstraße in all Ihrer Schönheit abzulichten. Ich selbst hatte nur das Kit Objektiv der Sony (SELP1655) aber meine Motivation war nicht zu stoppen. Im August 2019 bin ich dann Nachts los, baute mein Stativ auf und hielt auf 16mm 30 Sekunden lang offenblendig in den Nachthimmel. Bämm! Treffer. Leider qualitativ Müll da ISO 1600 doch stark rauscht (mehr dazu an anderer Stelle) aber immerhin.

erster Versuch Milchstraße am 26.08.2019: f/3.5 30″ bei ISO 1600

Ende August dann Versuch 2 – bei den Extersteinen. Hier habe ich dann mehrere Bilder angefertigt um auch etwas im Vordergrund zeigen zu können. Leider waren sind meine Bildbearbeitungskenntnisse nicht so ultra das ich das gut hätte machen können. Aber immerhin: Ich war dem Ziel ein vernünftiges Foto machen zu können einen deutlichen Schritt näher. Allerdings waren hier die Lichtverschmutzungen höher und ich konnte die Milchstraße nicht so sauber heraus arbeiten.

Milchstraße über den Externsteine – Vordergrund + Hintergrund mit Affinity Photo gemerged

Sich ein Ziel suchen und darauf hin arbeiten

Such Dir ein Ziel(Foto) und versuch es. Am Anfang – finde ich – ist es recht schwer – Motive und Ideen zu finden. Mir persönlich hat es Aufschwung gegeben Bilder zu suchen die mir gefallen. Ich suche mir oft Anregungen bei 500px.com. Dazu nutze ich meistens die Suche: Ich gebe einfach einen Ort ein, der für mich erreichbar ist, wohin es mich im Urlaub verschlagen wird oder was auch immer ich dort zu tun habe. Meistens findet man dort auch heraus wo sich das Motiv befindet – oder man muss noch etwas googlen.

Oft stehen Kameraeinstellungen dabei. Brennweite, Blende, Belichtungszeit… letzteres ist meistens eher nebensächlich und sowieso abhängig von vorhandenem Licht, Uhrzeit, etc. Die Brennweite ist für die Bildsprache schon wichtiger. Dazu werde ich aber noch mal einen Artikel schreiben.

Zu den Externsteinen werde ich noch mal fahren, denn das Zielfoto ist noch nicht fertig. Inzwischen habe ich auch das Samyang 12mm Objektiv, es ist deutlich Lichtstärker als das Kit-Objektiv mit dem die Aufnahmen oben entstanden sind. Ich denke auch dazu wird es dann noch mal einen Artikel geben.

Suche und Ergebnisse auf 500px.com

Wie dem auch sei, die Message ist klar: Fang einfach an! Der Trick ist, glaube ich, ein Bewusstsein für Fotos zu entwickeln. Und nur durch Übung und Training erreicht man ein Händchen dafür

Fotografie ist ein Handwerk das man lernen kann.

Stephan Wiesner

Und ein anderer, unbekannter, sagte mal „die ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten“ Ganz so krass würde ich das nicht sagen, aber am Anfang drückt man doch erstaunlich oft den Delete Button an der Kamera oder schiebt sie auf dem Computer in den Papierkorb. Und kommt mit einem, vielleicht zwei Bildern nach einer Fototour nach Hause die einem gefallen.

Das ist OK. Du freust Dich umso mehr über ein (für Dich) gelungenes Bild. Und nun raus mit Dir!

Ich starte heute mal…

… wieder mit WordPress. Mit lernen. Mit fotografieren. Mit bloggen, mit allem was dazu gehört um dem fotografieren einen weiteren Sinn zu geben, außer das man tolle Bilder auf der Festplatte hat oder sie in den sozialen Medien verwurstet. Einige meiner Bilder habe ich auf 500px hochgeladen – so eine art Portfolio.

Wozu dieses Blog wo es doch schon so viele Blogs gibt?

Ich glaube das soll im eigentlich fast nur mir dienlich sein. Um das, was ich meine gelernt zu haben, einmal zu Papier Pixel zu bringen. Ich poste meine Fotos zeit ein paar Wochen auf 500px.com und das ist mir zu wenig.

Nicht falsch verstehen, 500px ist großartig. Allerdings mehr so ein Instagram für Leute die fotografieren können. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: es ist halt nur ein Instagram für Leute, die fotografieren können.

Mir schwebt allerdings vor etwas mehr zu meinen Fotos zu publizieren, da ich damit beginnen möchte Fotos zu planen. Gezielter zu fotografieren, gekonnter zu fotografieren und erfolgreicher zu fotografieren. Dazu gehört meiner Meinung nach nicht nur ein Bild zu erhalten mit „50mm f/1.4 1/60″ ISO 200“ sondern auch etwas Planung, Idee, „behind the Scene“, und ein paar Sätzen wie

  • bin ich zufrieden?
  • hab ich was gelernt?
  • was kann ich besser machen?
  • etc.

Zudem würde mich Deine Meinung interessieren. Denn wenn man weg will vom „Schnappschüsse für das Familienalbum“ zu „Ernsthaften Fotografien“ sollte idealerweise ein Foto mehreren Leuten gefallen. Das probieren wir aus!

Also. Nach und nach, wenn ich dieses „WordPress Ding“ wieder beherrsche (ist schon ein paar Jahre her, als ich ernsthaft damit gearbeitet habe) und ich Zeit und Muße finde (ich mach mir da keinen Druck – vergiss es) werden hier ein paar Blogeinträge und vielleicht ein paar Seiten entstehen die Du Dir ansehen kannst und vielleicht auch etwas davon gebrauchen kannst.

Viel Spaß 😉